Wirtschaftslexikon

Wirtschaftliches Know-how für Sie

EDI
 

EDI (Electronic Data Interchange) bzw. EDA (Elektronischer Datenaustausch) ist eine Schlüsseltechnologie zur Optimierung von B2B-Prozessen entlang der Lieferkette. Unternehmens-, branchen- und länderübergreifend werden Geschäftsdokumente elektronisch ausgetauscht, um Kosten zu senken, die Geschwindigkeit von Transaktionen zu erhöhen und Fehler zu verringern.

Das Ziel dieser Technologie besteht darin, Geschäftsprozesse zu automatisieren und manuelle, papierbasierte Geschäftsabläufe zu verringern. Typische Einsatzbereiche für EDI sind beispielsweise der Austausch von Bestellinformationen zwischen Handelsunternehmen und Herstellern oder die Fakturierung: Elektronische Rechnungen werden dabei in Echtzeit verschickt, geprüft und weiterverarbeitet.

Eine elektronische Rechnung ist ein elektronisches Dokument, das inhaltlich und rechtlich einer Rechnung auf Papier entspricht. Die Umstellung auf elektronische Rechnungen kann Prozesse im Rechnungswesen von Unternehmen deutlich vereinfachen und Kosten sparen. Zudem ergeben sich neue Möglichkeiten, etwa die automatische Forderungsfinanzierung durch e-discounting.

Blockchain 

Eine Blockchain (englisch für „Blockkette“) ist eine dezentrale Datenbank, die über viele Server verteilt ist und nicht manipuliert oder gehackt werden kann. Was genau in diese Datenbank eingespeist wird, ist dabei zweitrangig, es kann eine Finanztransaktion oder ein Vertrag, eine Aktie oder ein Kaufvertrag sein. Jede Veränderung wird in sogenannten Blöcken abgelegt und transparent erfasst. Block für Block wird verifiziert und versiegelt. So wird jede Information, Transaktion oder Veränderung geschützt und ist für jeden einsehbar.
Anwendungsbeispiele sind vielfältig und überall dort relevant, wo es um Nachvollziehbarkeit und Transparenz geht: Vertragswesen, Urheberrecht, Steuerrecht und Finanztransaktionen.

Supply Chain Finance 

Finanzielle Aspekte in der Lieferkette erkennen und hinsichtlch Kapitalkosten optimieren. 

Supply Chain Finance ist die unternehmensübergreifende Optimierung von Finanzstrukturen und Finanzflüssen zur Maximierung der Rentabilität einzelner oder mehrerer Unternehmen innerhalb einer Lieferkette (supply chain). 

Alternative Finanzierungsformen

Wie sichere ich meine Liquidität und damit den Fortbestand meines Unternehmens? Das ist eine der Kernfragen jedes Unternehmens. Wenn Kreditvergabe-Richtlinien schärfer werden, ist es Zeit für neue Ideen:

Eine verschärfte Kreditpolitik der Banken im Rahmen von Basel III, die Folgen der Globalisierung, verschärfter Wettbewerb in vielen Branchen und eine sinkende Zahlungsmoral schaffen neue Herausforderungen vor allem für mittelständische Unternehmen. Alternative Finanzierungsformen, wie etwa Factoring, Leasing oder Crowd-Sourcing, bieten willkommene Alternativen zum Angebot der klassischen Hausbank und sorgen für Liquidität abseits der üblichen Wege.

Forfaitierung

Unter Forfaitierung versteht man den Verkauf von Forderungen an einen Dritten, der mit der Forderung gleichzeitig auch das Risiko des Forderungsausfalls übernimmt. Typisch ist diese Art des Forderungsverkaufs im Bereich der Exportfinanzierung.

Somit haben Forfaitierung und Factoring ein ähnliches Grundprinzip: Forderungen werden an eine Bank weiterverkauft, um die Zahlungsflüsse im eigenen Unternehmen zu optimieren. Mit Vorteilen für Liquidität, Bilanz und andere Bereiche.

Im Detail unterscheiden sich Factoring und Forfaitierung allerdings, z.B. werden im Gegensatz zum Factoring Forfaitierungsverträge für jeden Einzelfall geschlossen und die Übernahme von Zahlungsrisiken ist beim Factoring nur eine Option und nicht selbstverständlich – um nur zwei Unterschiede herauszugreifen.

Debitorenverwaltung

Ein Debitor ist im deutschen Rechnungswesen der Begriff für die SchuldnerIn aus Lieferungen und Leistungen.
Anders als beim Barverkauf, bei dem die Bezahlung der Lieferungen und Leistungen Zug um Zug mit Übergabe der Ware erfolgt, tritt bei einem Geschäft auf Rechnung ein gewisses Risiko ein. Dieses sogenannte Debitorenrisiko belastet bis zum Bezahlen der Rechnung die Bilanz der VerkäuferIn. Factoring reduziert dieses Risiko, weil Forderungen angekauft werden und das Geld sofort am Konto der VerkäuferIn landet. Die Verwaltung der SchuldnerInnen und das Risiko der Schuld übernimmt auf Wunsch ebenfalls die Factoring-Bank.

Delkredere

Unter Delkredere versteht man das Risiko eines Forderungsausfalls.

Etwa das Risiko, dass einer Ihrer KundInnen Ihre Rechnung nicht bezahlt. Auf Wunsch kann eine Absicherung gegen dieses Risiko Teil einer Factoring-Vereinbarung werden.

Denn neben der sofortigen Umwandlung von Forderungen in Liquidität bietet Factoring noch einen zweiten, klaren Vorteil: Factoring schützt durch eine Versicherung vor Zahlungsausfällen. Für Unternehmen bedeutet das: Um KundInnen, die nicht zahlen können, kümmert sich die Versicherung.

Factoring

Viele Unternehmen müssen Verzögerungen hinnehmen, weil AuftraggeberInnen oder KundInnen immer häufiger zu spät zahlen. Ein aktives Forderungsmanagement trägt dazu bei, Geldflüsse zu optimieren und die Liquidität des Unternehmens zu sichern.

Beim Factoring kauft eine Bank die Forderungen eines Unternehmens und bezahlt sofort einen Vorschuss von bis zu 90 %. Der Rest wird überwiesen, sobald die KundIn bezahlt hat.

Factoring ist dadurch eine interessante Finanzierungsvariante für alle Unternehmen mit schwankenden Umsätzen, hohen Außenständen oder langen Zahlungszielen.

Die Kosten für dieses Mehr an Sicherheit und Flexibilität werden häufig durch Skontoerträge wieder aufgewogen.

Liquidität

Liquidität bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre die ausreichende Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln.

Mangelnde Liquidität ist neben Überschuldung die häufigste Insolvenz-Ursache  von Unternehmen. Liquiditätsmangel kann auch  bei Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern eintreten. Etwa, wenn Kunden nicht oder erst viel zu spät zahlen, gleichzeitig aber Forderungen anfallen, die das Unternehmen erfüllen muss. Etwa für den Rohstoffeinkauf oder die Rückzahlung von Darlehen. Mangelnde Liquidität schränkt auch den unternehmerischen Planungsspielraum ein. Etwa, weil Skonti nicht ausgenützt werden können. Factoring ist eines der Mittel zur Liquiditätssicherung, bei dem das Unternehmen Geld aus erbrachter Leistung erhält noch bevor der Kunde bezahlt.

Outsourcing

Welche Aktivitäten eines Unternehmens gehören zur Kernkompetenz und sollen im Unternehmen verbleiben? Und welche Leistungen werden besser und günstiger erbracht, wenn sie ausgelagert werden? Das sind zwei Kernfragen des Outsourcings.

Outsourcing ist die Auslagerung von Leistungen eines Unternehmens auf externe Dritte. Weil qualifiziertere, spezialisiertere Zulieferer für Komponenten und Dienstleistungen in den Wertschöpfungsprozess mit einbezogen werden, können Produktions-, Entwicklungs- oder Dienstleistungsgemeinkosten oft deutlich reduziert werden.

Im Zusammenhang mit Factoring spricht man von Outsourcing des Debitorenmanagements, das Unternehmen deutliche Vorteile bringt.